Die Büchse der Pandora ist geöffnet! (Mr. Dax - Dirk Müller, 19.03.2009)
Die Schweiz hat entschieden und damit begonnen den Franken abzuwerten. Briten, Japaner und die USA haben damit begonnen, ihre eigenen Staatsanleihen zu kaufen, indem Sie riesige Mengen an Geld „drucken“. Das ist einerseits ein Währungskrieg, andererseits die Vorstufe zu einer großen Inflationswelle, vielleicht sogar einer Hyperinflation. Warum Währungskrieg? Jeder versucht seine Währung so schnell wie möglich billiger zu machen (abzuwerten). Dadurch werden die eigenen Produkte für ausländische Käufer billiger. Man kann somit den Export und damit die eigene Wirtschaft ankurbeln…auf Kosten der anderen Staaten. Also beginnt ein Wettlauf mit dem Ziel schneller und stärker abzuwerten als die anderen Staaten. Gleichzeitig verlieren die alten Schulden zunehmend an Gewicht, wenn die Kaufkraft des zugrundeliegenden Betrages sinkt. Wenn ich Schulden über 1 Million Dollar habe, ist das viel. Wenn aber ein Brot schon 5 Millionen kostet, ist der Schuldenberg doch sehr überschaubar… (überzeichnetes Beispiel um es anschaulich zu machen). Die Aufkäufe der Staatsanleihen durch die eigenen Notenbanken ist auch ein klares Signal, dass der freie Markt nicht mehr bereit ist, diese zu erwerben, weil er den Staaten nicht mehr vertraut. Wie lange können die Notenbanken das durchhalten? Was würde geschehen, wenn die ersten Notenbanken „aufgeben“ müssten? Ein Schlachtfest auf den Anleihemärkten und ein Kollaps der Währungen.
Der Weg zur starken Inflation, möglicherweise Hyperinflation ist definitiv beschritten. Das Tempo kann sich jetzt jederzeit verschärfen. Man muss raus aus den Währungen und rein in Edelmetalle, Rohstoffe, Immobilien und Aktien. Die Frage ist nur: Kommt es vor der Inflation noch einmal zu einem großen, finalen Einbruch an genau diesen Märkten, oder nicht. Wenn er nicht kommt, müsste man sofort kaufen. Kommt er, hat man zu früh geschossen. Es lässt sich im Moment noch nicht abschließend entscheiden. NOCH deutet vieles auf einen noch bevorstehenden finalen Ausverkauf hin.
Mein aktuell bevorzugtes Szenario:
Noch einige Wochen Seitwärts-/Aufwärtskorrektur zwischen 3600 und 4700 Punkten mit unter Umständen deutlich anziehenden Notierungen. Das kann sich bis ins Frühjahr hineinziehen. Solange wir unter 5200 Punkten bleiben, handelt es sich jedoch nur um eine Korrektur. Darüber beginnt erst der „neutrale“ Bereich.
Danach finaler Abverkauf. Im Moment entsteht Hoffnung, in den nächsten Wochen kann noch Gier hinzukommen. Wenn sich dann durch schlechte Meldungen wieder Enttäuschung breitmacht, folgt der große panikartige Ausverkauf. Die Kapitulation der Anleger und der Märkte, die für das Ende eines Bärenmarktes fast zwingend notwendig ist, und die wir bislang nicht gesehen haben. DAS wären dann definitiv Kaufkurse. Dieses Szenario sieht die Tiefstkurse im Sommer 2009. Danach würde die große Inflationswelle einsetzen.
ABER: Das ist nur ein MÖGLICHES Szenario, wenngleich mein bevorzugtes. Es besteht dennoch jederzeit die Gefahr, dass die Inflationswelle früher beginnt und die Währungen schneller kollabieren, als befürchtet.
Ich vergleiche es mit folgendem Bild: Es ist wie ein Staudamm, hinter dem sich bereits viel zu viel Wasser angesammelt hat. Die ersten Putzbrocken brechen herab, aber noch hält er und am Horizont ziehen große Regenwolken auf, während in den Bergen die Schneeschmelze begonnen hat.
Meiden Sie jetzt auf jeden Fall Dollaranlagen. Der US-Dollar wird meines Erachtens in den nächsten Monaten weiter stark unter Druck geraten. Meiden Sie lang laufende Anlagen wie Festgeld. Denken Sie an ihren Grundstock in Edelmetallen und stehen Sie Gewehr bei Fuß um sich zu gegebener Zeit binnen weniger Tage aus allen „Cash“-Anlagen auf „Anfassbares“ zu stürzen. Dazu gehören hauptsächlich Edelmetalle, Rohstoffe, aber auch Aktien starker Unternehmen als „Produktivkapital“. Immobilieninvestments werden aufgrund der Umsetzungsgeschwindigkeit schwierig. Dazu kommt, dass sich möglicherweise viele Menschen NACH der Krise kein Wohneigentum mehr werden leisten können und die Preise daher (Inflationsbereinigt) keine Freudensprünge machen müssen. Die Immobilienpreise in Deutschland sind auch noch nicht so stark eingebrochen wie in den USA.